Digitale Werbereklamen als Informationsmedium bei Katastrophen

Eine Schar von Menschen versammelt sich an einem öffentlichen Platz. Gebannt starren sie auf eine flackernde Werbetafel. Ein Nachrichtensprecher berichtet mit ernster Miene und emotionsloser Rhetorik von dem drohenden Weltuntergang. Ein Szenario, wie es in Filmen à la „2012“ vorstellbar wäre.

Nachdem das für das Jahr 2012 prophezeite Ende der Welt zumindest bis auf Weiteres aufgeschoben scheint, wird Ersteres jedoch möglicherweise schon bald zur Realität. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe lotet derzeit nämlich den Einsatz von digitalen Werbetafeln aus, um im Falle von Katastrophen aller Art die flächendeckende Information der Bevölkerung zu gewährleisten. Der Präsident Christoph Unger ließ hierzu in einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) folgende Aussage verlauten: „Wir schließen derzeit mit Anbietern digitaler Reklametafeln Vereinbarungen, damit wir auch darauf Warnungen anzeigen lassen können.“

Während das Bundesamt und die Kommunen mithilfe spezieller Apps bereits vor einigen Jahren damit begonnen haben, die Möglichkeiten der digitalen Welt zu nutzen, um die Bevölkerung vor drohenden Katastrophen rechtzeitig und flexibel warnen zu können, scheint es nun neue Vorstöße zu geben. Neben dem Einsatz der Werbereklamen sollen zusätzlich auch die Warnmeldungen der Apps vereinheitlicht werden.

Bislang wurde etwa vom Bundesamt hauptsächlich die eigene App „Nina“ genutzt, während die Kommunen teils eigene Programme wie die App „Katwarn“ verwendeten, um z.B. vor gefährlichen Wetterlagen zu warnen. Der neue Plan sieht vor, dass künftig Warnungen, die beispielsweise über die „Katwarn“-App ausgegeben werden, auch an alle „Nina“-Nutzer geschickt werden, falls diese sich im entsprechenden Warngebiet befinden. Seitens Unger heißt es dazu: „Das Bundesamt ist beauftragt, es technisch zu ermöglichen, dass jeder Bürger gewarnt wird, egal, welche App er auf dem Handy hat.“

In welchem Zeitfenster mit einer Einführung der neuen Maßnahme zu rechnen ist, wurde jedoch nicht bekannt gegeben. Es bleibt also noch offen, wann das erste Mal tatsächlich eine Katastrophenmeldung über eine Werbetafel flackern könnte.

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